Wie kann ich mich gut auf die Geburt vorbereiten?
Wie so oft gibt es hier nicht eine richtige Antwort; schau vor allem darauf, was dir gut tut. Prinzipiell gibt es hier verschiedene Ebenen, die wir uns natürlich alle in meinen Kursen noch näher anschauen:
Körperliche Vorbereitung: Auf der körperlichen Ebene kannst du ganz viel machen, um deinen Körper fit für die Geburt zu machen:
- Bewegung ist für deine Schwangerschaft zentral. Studien belegen, dass regelmäßige Bewegung in der Schwangerschaft Rücken- und Kreislaufbeschwerden vorbeugen kann und das Risiko für Schwangerschaftsdiabetes und depressive Verstimmungen senkt. Außerdem schaffst du eine Mobilität, die es deinem Baby leichter macht, sich gut ins Becken einzustellen. Du brauchst hier keine sportlichen Hochleistungen erbringen, aber regelmäßige Spaziergänge, Schwimmen, Yoga oder der Sport, den du vorher schon gemacht hast, sind super. Im Zweifel oder wenn die Schwangerschaft anders verläuft als geplant, sprich das aber bitte mit deinem Arzt ab.
- Ernährung: Die Ernährung in der Schwangerschaft ist eine Wissenschaft für sich und kann ganz schön verwirren. Meine Empfehlung wäre, dass du dich möglichst gesund und ausgewogen ernährst. Versuche deinen Blutzuckerspiegel (gerade gegen Ende der Schwangerschaft) möglichst konstant zu halten. Das erreichst du, indem du Mahlzeiten nicht mit Kohlenhydraten, sondern am besten mit Balaststoffen startest und vor allem auf zuckerhaltige Snacks verzichtest (wenn Zucker, dann am besten als Nachtisch zu einer Mahlzeit). Wenn dich das näher interessiert, schau dir mal die Louwen-Ernährung an.
Mentale Vorbereitung: Die mentale Vorbereitung wird meiner Meinung nach total unterschätzt. Wie auch Spitzensportler, solltest du nicht nur körperlich, sondern auch mental bereit in die Geburt gehen:
- Positive Geburtsgeschichten: Hör dir in der Schwangerschaft keine schlimmen Geburtsgeschichten an und sag auch klar Stopp, wenn Freundinnen oder Bekannte mit ihren negativen Erfahrungen kommen; es hat in dieser Situation keinen Mehrwert. Fokussiere dich auf positive Berichte.
- Hypnobirthing: Mit den Methoden aus dem Hypnoborthing kannst du dich super mental vorbereiten. Hierzu gibt es wunderbare Kurse, die entsprechende Methoden integrieren.
- Verbindung mit deinem Baby: Eine Geburt ist immer Teamarbeit. Und damit meine ich nicht in erster Linie deinen Partner oder die Hebamme, sondern vor allem dein Baby! Das nimmt bei der Geburt eine ganz aktive Rolle ein. Suche schon in der Schwangerschaft gezielt den Kontakt zu dem kleinen Bauchzwerg. Du kannst mit ihm singen oder einfach von deinem Tag erzählen. Das tut euch beiden gut und ist eine super Grundlage für eure Teamarbeit unter der Geburt.
Wissen: Je besser du die Prozesse der Geburt verstehst, desto selbstbestimmter kannst du in die Geburt gehen. Informiere dich darüber, wie Geburt funktioniert, aber auch wie unser Geburtssystem (z.B. ein Kreißsaal) arbeitet und welche Interventionsmöglichkeiten es gibt.
Wann sollte ich mit der Geburtsvorbereitung anfangen?
Du kannst jederzeit mit der Vorbereitung anfangen. Informiere dich zu Beginn der Schwangerschaft über die Möglichkeiten der Vorbereitung. Ich persönlich habe nach dem ersten Trimester mit Schwangerschaftssport gestartet und mich dann vor allem im dritten Trimester intensiv mental mit Meditationen und Affirmationen vorbereitet.
Einen Kurs kannst du im zweiten oder dritten Trimester besuchen: Wenn du ihn früher besuchst, hast du mehr Zeit zum Üben und bist (weitgehend) sicher, dass du ihn noch abschließend kannst. Wenn du ihn später besuchst, sind die Erinnerungen noch frisch. – Beides hat seine Vor- und Nachteile
Was ist Hypnobirthing und für wen ist das geeingnet?
Der Begriff „Hypnobirthing“ ist eine Kombination aus „Hypnose“ und „Birthing“. Er umfasst einen ganzer Werkzeugkasten voller Methoden. Mit diesen Methoden kannst du (ganz selbstbestimmt) während der Geburt dein Nervensystem regulieren, Ängste loslassen und in deine innere Kraft kommen.
Die Methode ist für jeden geeignet, du brauchst dafür nicht spirituell zu sein und keine Vorerfahrungen mit Meditationen oder Atemtechniken zu haben. Wichtig ist nur, dass du dich darauf einlässt.
Wie funktioniert Hypnobirthing?
Dein Körper ist ein kleines Wunder: Er hat einen Menschen hergestellt und in dir wachsen lassen und er ist auch in der Lage, diesen auf die Welt zu bringen. Das Problem, das wir heutzutage oft haben, ist unser Kopf: Die Geschichten die wir über Geburt gehört haben, die vielen Untersuchungen – all das verunsichert uns, und führt während der Geburt oft dazu, dass wir angespannt sind und verkrampfen. Mit dieser Anspannung können deine Muskeln nicht mehr so gut arbeiten und du empfindest Schmerzen. Diese Schmerzen verstärken dann deine Angst und du verkrampfst dich noch mehr.
Mit den Hypnobirthing-Methoden kannst du dich aus diesem Angst-Spannungs-Schmerz Kreislauf lösen. Sie helfen dir, deinen Kopf in den Griff zu bekommen, sodass du deinen Körper wunderbar arbeiten lassen kannst. Dazu nutzen sie zum Beispiel Meditationen, mit denen du dich in einen selbst gesteuerten Trance Zustand versetzen kannst, oder auch Affirmationen.
Ich habe doch eine Hebamme, warum brauche ich da eine Doula?
Hebamme und Doula ersetzen sich nicht – sie ergänzen sich. Deine Hebamme ist die medizinische Fachperson rund um deine Geburt und trägt die Verantwortung für die fachliche Betreuung von dir und deinem Baby.
Als Doula bin ich dagegen ganz für dich da: Ich begleite dich kontinuierlich, gebe dir emotionalen Halt, unterstütze dich mit Atemtechniken, Positionen oder Berührungen (je nachdem, was dir gut tut) und helfe auch deinem Partner dabei, seinen Platz während der Geburt zu finden.
Gerade im Krankenhaus kann deine Hebamme aufgrund von Schichtwechseln oder der Betreuung mehrerer Frauen nicht immer durchgehend bei dir sein. Als Doula bleibe ich an deiner Seite.